31.06.2026 - Juni - KI-Hype continued
- Aktien-EXP / Sebastian

- 4. Juli
- 13 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Juli
Juni 2026 - Der KI-Wahnsinns geht in die nächste Runde, auch wenn die Kurse immer mal wieder wackeln, so ist offensichtlich die Spitze des Hypes noch nicht erreicht. Aber das Thema lässt mich nicht los. Entsprechend viele Gedanken habe ich mir im Folgenden gemacht:
KI auf dem Seziertisch:
In den letzten Monaten hält der KI-Hype an den Börsen weiterhin an. Jedes Mal, wenn man den Eindruck gewinnt, es könnte ein Plateau erreicht sein oder es tritt eine Minikorrektur ein, scheint die FOMO oder Euphorie, oder wie man es auch nennen mag, weiterzugehen.
Aus der Sicht eines Investors mit einem stark technischen Ansatz, der Geschäftsmodelle und die Hintergründe der Unternehmensgeschichten hinterfragt, ist es für mich teilweise schwer nachvollziehbar, wie sich beispielsweise KI- und Speicherchipaktien immer weiter im Wert vervielfachen. Es wird einfach angenommen, dass das Wachstum und die notwendige Basis für den weiteren Ausbau von KI-Rechenzentren kaum enden. Basierend auf aktuellen Gewinnzahlen und den derzeit beeindruckenden Margen wird scheinbar angenommen, dass diese hohen Margen über die kommenden Jahre gehalten werden können, obwohl fast jedes Unternehmen in diesem Geschäftsfeld massiv in den Ausbau weiterer Kapazitäten investiert.
Das führt zu Effekten, dass selbst Megacap-Unternehmen wie Alphabet, die eigentlich hoch profitabel sind, dennoch extreme Kreditrahmen ausschöpfen und die hohen Investitionen nicht allein aus dem eigenen Cashflow stemmen, sondern zig Milliarden Schulden aufnehmen. Für mich unverständlich. Sinnvoller fände ich es, wenn Alphabet beispielsweise zunächst versuchen würde, nicht über die Stränge zu schlagen und dies aus dem Free Cashflow zu finanzieren, vielleicht auf Dividenden und Aktienrückkäufe zu verzichten.
Doch scheinbar ist die FOMO oder die Angst vor der ebenfalls massiv investierenden Konkurrenz so groß, dass diese Investitionsrisiken eingegangen werden.
Wenn man in die Vergangenheit blickt, sollten hier eigentlich die Alarmglocken läuten, denn das Ganze hat einen deutlichen Blasencharakter. Für mich nehmen die Risiken zu, was mich dazu bewegt, hier vorsichtig zu agieren und in einigen Fällen Teilverkäufe durchzuführen - zum Beispiel bei AMD und Nvidia. Trotz meiner Bedenken, die ich im Folgenden näher erläutern möchte, kann ich nicht ausschließen, dass ich mich irre und diesmal alles anders ist. Deshalb verkaufe ich nicht alle Chipaktien vollständig, sondern reduziere lediglich das Risiko.
Zum Thema KI-Hype habe ich mir schon viele Gedanken gemacht. Ich nutze sowohl privat als auch geschäftlich häufig KI-Modelle, bin also kein vollständiger Gegner - allerdings stehe ich dem starken Ausbau von KI-Rechenzentren sehr skeptisch gegenüber. Folgende Risiken sehe ich:
Überangebot und Margenkompression
Die Vergangenheit zeigt, dass es unrealistisch ist, dass viele konkurrierende Unternehmen massiv in den Ausbau erhöhter Kapazitäten investieren und gleichzeitig die Margen auf einem konstanten Niveau bleiben. Viel wahrscheinlicher ist es, dass der Wettbewerb härter wird und die Bezahlmodelle vermehrt in Konkurrenz treten. Betrachtet man den aktuellen Mehrwert von kostenpflichtiger KI, so erscheint dieser momentan noch recht begrenzt. Beruflich nutze ich die Bezahlversion von ChatGPT und bemerke nur wenige Unterschiede zur Gratisversion von Gemini – abgesehen davon, dass ich vermutlich mehr Speicherplatz für Projekte habe und über einen sehr langen Zeitraum in einem KI-Thread weiterarbeiten kann.
Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, so abhängig von KI zu sein, dass ich bereit wäre, privat dafür zu bezahlen.
Es muss sich erst noch zeigen, dass KI-Unternehmen hohe Gewinne erzielen können, wenn der Preisdruck zunimmt.
Finanzierung und das Problem mit der Chip-Infrastruktur
Der Ausbau kann momentan nicht schnell genug gehen. Gefühlt leiden alle Hyperscaler and FOMO und wollen so schnell wie möglich ihre KI-Rechenzentren weiter ausbauen. Das führt zu Verknappungen am Hardwaremarkt - zunächst CPUs/GPUs, aktuell Speicherchips - was sie Hardware zu Mondpreisen kaufen lässt. Hierüber freut sich natürlich die Chip-Industrie, die vermutlich aktuell die Bubble schlechthin erlebt und vermutlich nie mehr so gute Margen fahren kann, wie aktuell. Im Endeffekt führt das dazu, dass selbst megaprofitable Unternehmen wie Alphabet oder Meta bereitsind riesige Kredite aufzunehmen, nur um zu diesen Mondpreisen ihre Infrastruktur ausbauen zu können.
Wie wird die Bepreisung hier weitergehen? Jeder will so viel wie möglich vom Kuchen abbekommen. D.h. für mich, dass alle Chiphersteller (egal ob GPU oder Memory) ihre Produktionskapazitäten weiter ausbauen und dabei vermutlich eines übersehen. Die aktuelle riesige Welle an Investionen ist eine Erstinvestition die meiner Meinung nach zeitgleich ein massives Overspending beinhaltet. Denn es ist noch nicht klar, wie effizient KI überhaupt eingesetzt werden kann. D.h. ich gehe davon aus, dass hier zunächst mal viel mehr Kapazitäten aufgebaut werden, als benötigt sind. Nachdem einige Jahre ins Land gezogen sind, bemerkt dann jeder, dass um das Ganze am Laufen zu halten, und zwar nur das was auch wirklich benötigt wird, auf konstanter Basis (also quasi Maintenance Capex) der Bedarf sehr viel niedriger sein wird. Das wiederum könnte nicht nur einen massiven Preisverfall am Chipmarkt nach sich ziehen sondern auch die Bewertungen der Chipunternehmen massiv crashen lassen.
Energiebedarf und Ausbau der Energieinfrastruktur
Abgesehen von dem drastischen Anstieg der Chip-Produktion, der sich scheinbar vervielfacht, bemerkt man erstaunlich wenig vom Ausbau der Energieinfrastruktur. Ich sehe hier erhebliche Risiken, dass der Energiebedarf zunehmend zum Engpass wird.
Es ist zunächst bedenklich, dass wir vor wenigen Jahren noch über eine globale Reduktion des Energiebedarfs sprachen, um diesen zunehmend durch erneuerbare Energien decken zu können. Dies scheint jedoch in Vergessenheit geraten zu sein und nun unwichtig zu erscheinen. Diese Probleme werden dann wohl der nächsten Generation überlassen...
Was für mich an der gesamten KI-Geschichte nicht stimmig ist, ist dass der Ausbau der Energieinfrastruktur gefühlt viel langsamer voranschreitet als der Bau von Rechenzentren, und diese wiederum langsamer als die Produktion der Chips. Dies sollte irgendwann zu einem Überangebot führen, da ich das Risiko sehe, dass auf der Chipseite mehr produziert wird, als im gleichen Zeitraum überhaupt genutzt werden kann.
Da der Ausbau von erneuerbaren Energien oder kleinen Reaktoren auf einer wesentlich längeren Zeitschiene liegt, greifen viele KI-Rechenzentren auf die unsaubere Lösung zurück und nutzen Gasturbinen zur Energieversorgung. Die Umwelt bedankt sich!
Der KI Overkill, der Energienetze lahmlegen kann
Wie viele Tokens und wie viel Energie verbrauchen KI-Aufgaben eigentlich? Diese Frage stellte ich mir kürzlich. Glücklicherweise gibt es die KI, die bereitwillig darüber Auskunft gibt.
Die neueren KI-Modelle werden immer leistungsstärker und auch energieintensiver.
Als kürzlich Mythos und Fable 5 kurzzeitig öffentlich zugänglich waren, konnte man nach nur wenigen Stunden im Internet lesen, wozu diese Modelle fähig sind. Allerdings wurden sie kurz darauf für die meisten Nutzer wieder gesperrt, da Sicherheitslücken ausgenutzt werden konnten.
Dennoch brachten mich die mit den neuen Claude KI-Modellen erstellten Programme zum Nachdenken. Einige Nutzer ließen in wenigen Stunden einen Minecraft-Klon oder eine Skyrim-Kopie erstellen. Diese waren zwar noch weit von den originalen Programmen entfernt, doch zeigt sich hier, was theoretisch möglich sein könnte.
Für mich zeigt sich jedoch auch, dass hier irgendwann Probleme entstehen können. Solche „kleineren“ Software-Erstellungen sind noch vergleichsweise vertretbar, was den Energiebedarf betrifft – die KI schätzte den Energiebedarf für die Minecraft-Kopie auf gerade mal 1 kWh –, doch das Ganze steht noch am Anfang. Ich denke jedoch gerne ein paar Schritte weiter. Nehmen wir an, jeder könnte, vorausgesetzt er trägt die entsprechenden Tokenkosten, zukünftig beliebig Aufgaben erstellen, und zwar nicht nur einfachere Programmieraufgaben, sondern deutlich komplexere, wie die Erstellung von längeren Videos und Filmsequenzen. Dann sehe ich die Herausforderung, dass Spitzen im Stromnetz auftreten könnten, die irgendwann zum Problem werden – vorausgesetzt, KI-Rechenzentren sind am selben Stromnetz wie der Rest von uns.
Angenommen, ich beauftragte die KI, mir die letzte Folge meiner Lieblingsserie mit einem alternativen Ende in 4k-Auflösung zu erstellen. Dann sind wir nicht mehr bei 1 kWh, sondern vielleicht eher bei 1000 kWh. Was, wenn nun unabhängig voneinander sehr viele Leute zufällig gleichzeitig Aufgaben erstellen, die einen enormen Energiebedarf darstellen?
Worauf ich hinauswill, ist – selbst wenn das Stromnetz das aktuell noch gut verkraftet – ich gehe davon aus, dass mit zunehmender KI-Leistungsfähigkeit und zunehmendem KI-Nutzungsgrad sowie immer aufwendigeren Aufgaben die Energie irgendwann zum Engpass wird.
Im Endeffekt kann man solche Dinge natürlich auch wieder durch die Kosten und den Preis regulieren – sodass eben nicht jeder mal schnell seine Lieblingsserie selbst erstellen kann. Es fehlt jedoch eigentlich an Regulierung.
Ein großes Risiko besteht darin, dass, vorausgesetzt man hat das nötige Geld, Dinge möglich werden und trotz hoher Kosten möglich sind, die komplett unnötig sind.
Unverträglichkeit mit sozialen Strukturen, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsen sind
Die Situation wird noch komplexer, wenn wir weiterdenken und uns vorstellen, dass viele White-Collar-Jobs, also Büro- und Verwaltungsarbeiten, in den kommenden Jahren verschwinden und durch KI ersetzt werden. Bedeutet das das Ende der Wirtschaft und der Bezahlsysteme? Bereits jetzt entstehen erste Systeme, in denen KI-Agenten in Servicebereichen miteinander interagieren. Auf beiden Seiten fallen Kosten an, obwohl keine Menschen beteiligt sind. Was bleibt für den Menschen übrig, wenn Maschinen die Denkarbeit viel schneller und günstiger übernehmen? Werden Büroangestellte dann auf Berufe wie Klempner, Gärtner oder Bauarbeiter umschulen und Menschen nur noch in wenigen Schlüsselpositionen als Super-Operatoren wichtige Entscheidungen treffen? Obwohl viele Handwerksberufe derzeit unterbesetzt sind, würde dies in diesen Bereichen zu einer massiven Überversorgung führen und nicht funktionieren.
Daher frage ich mich, womit die White-Collar-Arbeiter dann ihr Geld verdienen werden. Angenommen, 50-60% der White-Collar-Arbeiter werden arbeitslos und haben kein Einkommen mehr, was bedeutet, dass sie keine Produkte und Dienstleistungen mehr kaufen können. Das würde sich sehr negativ auf mögliche Unternehmensprofite auswirken. Oder wird es Regulierungen geben, die den Menschen durch eine KI-Steuer unterstützen? Es gibt auch die Theorie, dass völlig neue Arten von Jobs entstehen könnten, deren Art noch unbekannt ist, da sich diese Geschäftsmodelle erst noch entwickeln müssen. Bei industriellen Umbrüchen in der Vergangenheit konnte der Mensch sich immer recht gut anpassen und umorientieren. Der Unterschied war jedoch, dass er Jahrzehnte Zeit hatte, sich darauf einzustellen, was der Gesellschaft die Möglichkeit gab, sich langsam zu transformieren.
Im Fall von KI geht meiner Meinung nach alles viel zu schnell, sodass Infrastrukturen, Regulierung und Gesellschaft nicht die notwendige Zeit haben, sich darauf einzustellen. Da jedes KI-Unternehmen die Angst hat, etwas zu verpassen, wird es vermutlich keine einvernehmliche Einigung geben, das Tempo zu drosseln und dem System die Chance zu geben, mitzuwachsen. Daher müssen wir uns vermutlich auf ungewisse Zeiten einstellen.
Das Ende vom Lied kennt man nicht, aber mein Risikomanagement lässt mich hier weiterhin extrem vorsichtig vorgehen. ROMO (Regret of missing out) kann ich ganz gut verkraften, was vor Allem daran liegt, dass mein Depot dieses Jahr zwar nur knapp, aber immerhin positiv performt. Dennoch erschreckend zu sehen, dass NASDAQ und S&P getrieben vom KI und Chip-Hype schon wieder unglaublich gut performen. Dennoch finde ich die Börsen zunehmend wackelig. Es bedarf jetzt nur einer wirklich schlechten Bad News zum Thema KI oder Chipwerte und die Kurse dieser Unternehmen purzeln mal schnell 10-20% an einem Tag.
Spannende Links:
Um das Thema KI noch weiter zu spinnen - es gab auch zu diesem Thema einige richtig gute Interviews, die ich auf den Instagram Stories geteilt hatte. Sehr gut fand ich das von Aswath Damodaran bei Excess Returns im Gespräch mit Kai Wu hier.
Das Benchmark Portfolio - TIP Investment Partners
Das TIP Benchmark Portfolio liegt in diesem Monat ausnahmsweise mal hinten mit -1,7%.
Welche Bücher haben mich im Juni 2026 beschäftigt?
Diesen Monat haben mich folgende Bücher beschäftigt:
Pricing with Confidence - Mark Burton, Reed K. Holden
How to get rich in American History - Joseph Moore
Pricing with Confidence lese ich eher geschäftlich, da wir hier doch häufiger in Verhandlungen mit unseren Großkunden aus der Medizintechnik Industrie zu kämpfen haben, die uns vermehrt Preisdruck aussetzen und damit aber häufig mit den gleichen banalen Mitteln arbeiten. Im Buch geht es darum, wie man effektiver Preisverhandlungen führt und die Diskussion um den Preis in eine Diskussion um den Mehrwert dreht. Ich finde hierbei tatsächlich auch die Investorenbrille nützlich, da ich hier doch recht häufig Diskussionen mit unseren Salesleuten habe. Ich selbst arbeite im Engineering und bin daher sehr dicht an der Wertschöpfung aber auch direkt involviert in die Kalkulation von Engineering Dienstleistungen, wenn wir Serienproduktionen für zukünftige Großserien aufsetzen. Da ich häufig in technischen Diskussionen mit unseren Kunden invoviert bin, kann ich sehr gut den Mehrwert einschätzen, den wir diesen bieten können. Aktuell haben wir auch das Luxusproblem, dass die Nachfrage so extrem ist, dass wir nicht alles bedienen können - eigentlich ein Indikator, dass man Preisdruck sehr gut vermeiden kann und sich einfach die margenstärksten Projekte aussucht. So könnte man denken. In der Realität gibt es aber eben noch viele weitere Faktoren. Ein spannendes Thema.
Das andere Buch - How to get rich in American History - dreht sich natürlich mal wieder um das Thema Geld, wie man dieses spart, vermehrt aber auch verlieren kann. Joseph Moore berichtet hier über eine Vielzahl Erfahrungen, die er in seinem Leben gemacht hat - häufig im Selbstexperiment, was Vor- und Nachteile verschiedener Methoden sind, die vermeintlich zu Reichtum führen können. Egal ob Immobilien, Investing in Hype Stocks, Airbnb, oder gar die Gründung der eigenen Kryptowährung - er hat so ziemlich alles versucht. Das Buch war bedingt lehrreich aber vor allem unterhaltsam und bietet eine lockere Schreibweise.
Was hat performt, was nicht?
In der Monatsperformance ergibt sich ein interessantes Gesamtbild. Ein klares Pattern ist für mich nicht erkennbar, wie sonst in manchen Monaten. Die beste Performance legt im Juni eine sehr kleine Position meines Depots hin - Chapters Group der kleine Serial Acquirer aus Deutschland belegt Platz 1 mit +30%. Nummer 2 ist, vermutlich weiterhin vom KI-Hype getrieben ASML mit +20% und auf Platz 3 landet ein ebenfalls kleiner Wert nämlich Ioneer, der Lithium Miner aus Nevada mit +19%. Eine eher ungewöhnliche Konstellation. Insgesamt haben viele Werte ganz ordentlich performt, die in den Monaten davor doch eher als langweilig empfunden waren. Einige Versicherer und Rückversicherer waren ganz gut unterwegs, so wie Chubb, Allianz, Hannover Rück, Berkshire. Auf dem hintersten Rang platziert Alibaba mit -20%, die mit einer extremen Häufung an regulatorischen, geopolitischen aber auch internen Belastungsfaktoren zu kämpfen hatten.
Neues für die Watchlist:
Eigentlich müsste ich die Rubrik fast umbenennen, denn irgendwie landet fast immer das unternehmen, über das ich hier schreibe nicht nur auf der Watchlist sondern auch meistens eine kleine Tracking-Position auch direkt in meinem Portfolio.
Dieses mal ist es das australische Unternehmen Tasmea, das Daniel Pronk vor Kurzem auf seinem Kanal vorgestellt hat - Link siehe hier- und in das er Unsummen investiert hat. Da Daniel bisher ein sehr gutes Händchen (abgesehen von seinen frühen Cannabis-Investments) für Stockpicking hat, empfand ich es als relativ risikolos hier mal eine kleine Position zu riskieren.
Das Geschäftsmodell von Tasmea lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Das Australische Unternehmen betreibt ein diversifiziertes Portfolio an hochspezialisierten Fachdienstleistern für die Industrie
Der strategische Fokus liegt auf der Instandhaltung, Modernisierung und dringenden Notfallreparatur von unverzichtbaren betrieblichen Vermögenswerten und Infrastrukturen (Moat & Aftermarket - check)
Durch kontinuierliche Übernahmen baut Tasmea seine Präsenz in stark nachgefragten Kernbereichen wie dem Energie-, Rohstoff- und Versorgungssektor gezielt aus.
Die Portfolio Zwischenbilanz zum Halbjahr:
Das erste Halbjahr besteht mein Depot relativ gut und trotz der starken Volatilität am Markt besser als befürchtet. Durch die breite Diversifikation kann ich zumindest am Rande am KI und Halbleiterwahnsinn teilhaben, wobei ich hier über die erste Jahreshälfte Gewinne mitgenommen habe.

Zum 01.07. zeigt die Halbjahresbilanz Kursgewinne von 26.830 Euro an. Realisiert habe ich ca. 15.000 Euro.
Da ich immer wieder zwischendurch auch in Dividendenwerte investiert habe sieht auch zum Halbjahr die Dividendenbilanz sehr stark aus - man muss aber natürlich auch berücksichtigen, dass hier in der ersten Jahreshälfte einige richtig starke Dividendenmonate dabei sind und das in der zweiten Jahreshälfte etwas nachlassen wird. Dennoch stehen die Nettodividenden bereits jetzt bei über 7.000 Euro - damit kann ich meine für dieses Jahr gesetztes Dividendenziel von 10.000 Euro zum Jahresende eigentlich nicht mehr verfehlen und damit auf einem hervorragenden Kurs. Investiertes Kapital zur Jahreshälfte sind 21.648 Euro. Das ist weniger als die Hälfte der 50.000 Euro, die ich als Ziel gesetzt hatte. Das liegt aber auch mitunter daran, dass ich mich noch in der Ansparphase für ein neues Auto befinde, bzw. einen neuen Gebrauchten. Die alte Kiste hat treu gedient aber inzwischen 18 Jahre auf dem Buckel. Es wäre schön hier mal wieder etwas aktuellere Technik an Bord zu haben.
ING-Dynamik-Depot:
Ich finde meinen Portfolio Turnover aktuell zu hoch. Allerdings kann ich mir hier zur Zeit nicht anders behelfen. Ich fühle mich einfach nicht wohl mit den so stark gestiegenen Halbleiterwerten - in meinem Falle besonders Nvidia und AMD. Im Gegenzug gibt es einige Aktien, die ich aktuell als Nachkaufgelegenheit sehe:
01.06.2026: Nachkauf ServiceNow zum Kurs von 115,25 Euro.
10.06.2026: Teilverkauf Nvidia zum Kurs von 176,64 Euro. In der Vergangenheit gab es ja bei Nvidia doch schon etliche Verkäufe bei mir. Im Juni habe ich mich zu einem weiteren Teilverkauf entschieden.
10.06.2026: Teilverkauf AMD zum Kurs von 398,05 Euro. Echt abgefahren, mein Einstiegspreis war hier 63,87 Euro. Auch AMD steigt immer weiter, allerdings für mein empfinden zu stark. Es kann sein, dass ich in solchen Fällen die Lage falsch einschätze, aber ich habe wirklich Probleme bei Neubewertungen von Aktien, die so stark ausfallen, dass die Aktie in eine Fahnenstange läuft. Da nehme ich lieber Gewinne mit - allerdings habe ich das im Nachhinein auch schon sehr häufig bereut. Andererseits - von einem 600%er mal einen Teil zu verkaufen - das kann man meiner Meinung nach schon mal machen.
10.06.2026: Nachkauf Hannover Rück zum Kurs von 229,20 Euro. Da merke ich die Risikoverschiebung hin zu einer "Langweiler"aktie. Im Mai hatte ich hier den Erstkauf. Und habe mich entschlossen nochmal die Dividendenseite weiter zu stärken. Es lebe der Cashflow!
11.06.2026: Nachkauf Meta Platforms zum Kurs von 495,40 Euro. Das Unternehmen scheint aktuell günstig bewertet zu sein, scheint seine KI-Strategie besser umsetzen zu können als die Mehrheit anderer Unternehmen, bei denen man hier kaum einen Effekt feststellt.
12.06.2026: Nachkauf Hannover Rück zum Kurs von 228,40. Noch ein Nachkauf? Keine Ahnung, warum ich da nicht gleich mehr nachgekauft hatte, aber ich wollte hier gleich eine größere Position aufbauen.
16.06.2026: Nachkauf Essilor Luxottica zum Kurs von 184,70 Euro. Bei Essilor gab es in der letzten Zeit einen Kursrückgang zu verzeichnen. Das Unternehmen war relativ hoch bewertet jetzt ist es um ca. KGV 20 zu bekommen, was ich nicht schlecht finde. Denn hier gehe ich wirklich über die nächsten Jahre von einem Wachstumsschub aus, der durch AR Brillen zu verzeichnen sein könnte. Diese Produkte werden immer beliebter und auch verbreiteter. Ob sie irgendwann, wie gemunkelt wird das Smartphone ersetzen, wage ich zu bezweifeln. Ich denke aber als mobile Displayhilfe bieten diese Brillen ein großes Potenzial z.B. auf Reisen, zur Orientierung, beim Einkauf etc.
24.06.2026: Verkauf meiner Restposition Infosys zum Kurs von 9,56 Euro. Für ein Techunternehmen bietet es eigentlich inzwischen eine echt günstige Bewertung - aber irgendwie ist das so ein Ladenhüter, der seit Jahren nicht aus dem Quark kommt. Da steckt bei mir einfach keine Phantasie drin. Daher trenne ich mich nun davon.
24.06.2026: Verkauf meiner kleinen Bechtle Position zum Kurs von 30,46 Euro. Ähnliches Schema wie bei Infosys. Mein Investmentcase geht hier seit Jahren nicht auf. Wenig Phantasie und irgendwie wenig Potenzial, dass sich hier in den nächsten Jahren etwas ändert.
25.06.2026: Nachkauf bei Nemetschek zum Kurs von 53,50 Euro. Unglaublich, dass da der Kurs noch weiter runter ging. Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Einen viel sichereren KI-Profiteur kann ich mir kaum vorstellen. Das passt doch genau zu deren Geschäftsmodell um die Profitabilität zu steigern. Aber das denke ich ja bei vielen Softwareunternehmen. Sollte ich mich hier generell täuschen, wird das sehr schmerzhaft für mich, aber ich bin davon einfach felsenfest überzeugt, dass einige Softwareunternehmen hier noch richtig glänzen werden.
25.06.2026: Nachkauf Shift4 Payments zum Kurs von 40,05 Euro. Noch so ein Fall. Das Unternehmen performt einfach gut aber der Kurs wird weiter abgestraft. Es gab aber vor Kurzem Anzeichen eines möglichen Turnarounds. Ich denke wenn hier die nächsten Quartalszahlen kommen, könnte hier endlich mal wieder etwas Phantasie reinkommen.
25.06.2026: Erstkauf Münchener Rück zum Kurs von 477,10 Euro. So - jetzt haben wir den deutschen Versicherungs-Hattrick komplett - unabhängig von Erst- oder Rückversicherern. Alleine mein Versicherungsportfolio beschert mir inzwischen jährlich weit mehr als 1000 Euro an Dividende pro Jahr (netto)

Comdirect Sparplan Depot :
Außer dem üblichen Sparplan Ausführungen gab es einen außerordentlichen Kauf:
16.06.2023: Kauf Tasmea Ltd zum Kurs von 8,85 Euro. Wie oben beschrieben wanderte das Unternehmen nicht nur auf die Watchlist sondern auch gleich mit einer Beobachtungsposition ins Depot - mit kleiner Beobachtungsposition meine ich weniger als 0,5% Allokation.

Sparkassen Depot:
Am Sparkassen Depot gab es in diesem Monat keine Änderungen:

Damit betrug die Gesamtperformance aller Depots in Summe in diesem Monat noch knappe:+0,4%
Dividenden und Zinserträge in diesem Monat:
Tencent
Ishares Global Clean Energy UCITS ETF
Visa
Essilor Luxottica
Xtrackers MSCI World UCITS ETF - 1D
Xtrackers 2 Global Aggregate Bond Swap
Johnson & Johnson
Archer Daniels Midland
Microsoft
Realty Income
3M
Texas Pacific Land Corp
McDonald's
Itochu
Sumitomo
Bechtle
Nintendo
Infosys
Advantage Risk Management Co Ltd.
PepsiCo
iShares EM Dividend UCITS ETF
Brookfield Corporation
Vitec Software
Brookfield Asset Management
Ovintiv
Die phänomenale Performance des Mai kann ich natürlich leider mit meinen Kapitalerträgen im Juni nicht erreichen. Dennoch gestaltet sich auch der Juni stark und endet mit insgesamt 1076,17 Euro auf dem Zähler. Zusätzlich zu den Dividenden zähle ich hier übrigens auch immer die zwar geringen, aber dennoch vorhandenen Zinsen hinzu. Diese bewegen sich aber monatlich eher im niedrigeren 2 stelligen Bereich (im Mittel ca. 30-40 Euro). Im Vergleich zum letzten Jahr ist das auch wieder ein massiver Sprung nach vorne - im Juni 2025 hatte ich im Vergleich 577,58 Euro an Kapitalerträgen, also nur etwas mehr als die Hälfte.



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